Schwelbrand in Asylbewerberheim löst Großeinsatz aus (aktualisiert)

Samstag, den 13. August 2016 um 17:31 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Im ehemaligen Landgasthof Königshof (Gasthaus Zum Gockel) in Hemfurth-Edersee gab es am Samstagnachmittag einen Schwelbrand mit drei Leichtverletzten. Das Gebäude wird aktuell als Asylbewerberunterkunft genutzt. Im ehemaligen Landgasthof Königshof (Gasthaus Zum Gockel) in Hemfurth-Edersee gab es am Samstagnachmittag einen Schwelbrand mit drei Leichtverletzten. Das Gebäude wird aktuell als Asylbewerberunterkunft genutzt. Fotos: pfa

HEMFURTH-EDERSEE. Ein Brand in einem als Asylbewerberunterkunft genutzten früheren Gasthaus an der Bringhäuser Straße in Hemfurth-Edersee hat am Samstagnachmittag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Offenbar war das Feuer ausgerechnet in der Brandmeldeanlage ausgebrochen. Drei Bewohner zogen sich nach Auskunft des Notarztes leichte Rauchvergiftungen zu.

Die im Haus installierte Brandmeldeanlage schlug gegen 16.40 Uhr an, nachdem es im derzeit noch unbewohnten zweiten Geschoss des Hauses zu einem Schwelbrand gekommen war. Daraufhin verließen die anwesenden Bewohner das Gebäude, ein Nachbar und mehrere Passanten setzten den Notruf ab. Nahezu alle Edertaler Feuerwehren, der Wildunger Notarzt, die Besatzung eines Rettungswagens, die First Responder der Johanniter sowie die I- und K-Gruppe (Information und Kommunikation) des Landkreises wurden daraufhin alarmiert und rückten zur Einsatzstelle aus - ebenso die Wildunger Polizei. Auch der stellvertretende Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer kam nach Hemfurth-Edersee.

Als die ersten Kräfte eintrafen, trat nach Auskunft von Einsatzleiter Dirk Rübsam Rauch aus Fenstern im ersten Stock. Man habe den Brandherd lokalisiert und abgelöscht. Nach der Rückmeldung brachen die Einsatzkräfte der I- und K-Gruppe ihre Einsatzfahrt mit dem ELW 2 - einer rollenden Leitstelle für größere Schadenslagen - ab und kehrten nach Korbach zurück.

Notarzt und Rettungskräfte behandelten vor Ort drei Personen, die offenbar eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten hatten. Zur Behandlung der Personen rückte ein zweiter Rettungswagen an. Währenddessen belüftete die Feuerwehr bereits das Gebäude mit einem Hochdrucklüfter, um die Räume wieder vollständig rauchfrei zu bekommen. Das Haus ist weiterhin bewohnbar. Entsprechende Schadstoffmessungen der Feuerwehr verliefen negativ.

Die Kripo übernahm routinemäßig die Ermittlungen. Dabei stellte sich heraus, dass es ausgerechnet in der Brandmeldeanlage zu einem technischen Defekt gekommen war und dieser den Schwelbrand ausgelöst hatte. Dennoch hatte die Anlage lautstark Alarm geschlagen - und damit ihren Zweck erfüllt.

Kreis forderte Sicherheitsvorkehrungen
Bevor für dieses Gebäude eine Baugenehmigung für die veränderte Nutzung als Flüchtlingsunterkunft erteilt worden sei, habe der Landkreis unter anderem den Einbau einer Hausalarmierungsanlage und einer Fluchttreppe gefordert, erklärte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer an der Einsatzstelle gegenüber 112-magazin.de. "Das macht Sinn und ist das richtige Maß", sagte der Vertreter des Landkreises mit Blick auf den aktuellen Fall. Ohne derartige Vorkehrungen könne man keine Menschen in solchen Gebäuden unterbringen. Das ehemalige Gasthaus wird erst seit einigen Wochen als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Aktuell leben laut Polizei dort 25 Menschen.

Durch den Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften kam es in der stark befahrenen Bringhäuser Straße zeitweise zu Behinderungen. Die Polizei und Feuerwehrleute regelten den Verkehr.


Die Edertaler Feuerwehren waren erst am Donnerstag im Großeinsatz:
Großbrand auf Bauernhof in Bergheim: Viele Tiere tot (11.08.2016, mit Video/Fotos)

Zuletzt geändert am Sonntag, den 14. August 2016 um 05:32 Uhr