Betrunkener kriegt die Kurve nicht: Endstation Gleisbett

Sonntag, den 13. August 2017 um 14:59 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Endstation Gleisbett: Ein stark betrunkener Autofahrer kriegte in Twiste die Kurve nicht und fuhr auf und an den Schienen entlang. Endstation Gleisbett: Ein stark betrunkener Autofahrer kriegte in Twiste die Kurve nicht und fuhr auf und an den Schienen entlang. Fotos: pfa

TWISTE. Ein deutlich alkoholisierter Autofahrer ist am Sonntagmittag am Ortseingang von Twiste von der Straße abgekommen und auf den Gleisen gelandet. Dabei zog sich der 34-jährige Renaultfahrer schwere Verletzungen zu. Feuerwehrleute streute ausgelaufene Betriebsstoffe auf der für mehr als eine Stunde gesperrten Bahnstrecke ab.

Der Mann aus Mülheim an der Ruhr (NRW) war gegen 13.20 Uhr aus Richtung Bad Arolsen kommend in Fahrtrichtung Korbach unterwegs. Wegen nicht angepasster Geschwindigkeit in Verbindung mit Alkohol im Blut kam der Autofahrer am Bahnübergang am Ortsrand nach links von der Bundesstraße ab - der Twingo fuhr über den Grünstreifen, rammte eine Warnbake und einen Schaltkasten der Schrankensteuerung, fuhr dann die Böschung zu den Gleisen hinaus, riss sich an einem Betonelement die Ölwanne auf, fuhr etwa 30 Meter über die Gleise und kam dann direkt neben den Schienen zum Stehen.

Der Notarzt und eine RTW-Besatzung aus Bad Arolsen rückten zur Unfallstelle aus und versorgten den schwer verletzten Autofahrer, der anschließend in eine Kasseler Klinik eingeliefert wurde. Die Polizei ordnete eine Blutentnahme an und stellte den Führerschein des 34-Jährigen sicher. Gegen ihn leitete die zuständige Korbacher Polizei zudem ein Strafverfahren ein.

Sechs Einsatzkräfte der Feuerwehr Twiste rückten zur Unfallstelle aus. Unter der Einsatzleitung von Martin Ulrich streuten die Freiwilligen ausgelaufenes Öl auf dem Gleiskörper mit Bindemittel ab und sammelten Trümmerteile ein. Bereits unmittelbar nach dem Unfall hatte die Kurhessenbahn den Zugverkehr auf der Strecke zwischen Korbach und Bad Arolsen eingestellt und setzte einen Busverkehr als Ersatz ein. Der Straßenverkehr auf der B 252 war durch den Unfall nicht beeinflusst.

Der Notfallmanager der Bahn und ein Techniker nahmen die Gleise und die Steuerung der Bahnschranken in Augenschein. Da die Funktion nicht beeinflusst war, gab der Notfallmanager den Schienenverkehr nach der Bergung des stark beschädigten Autos nach etwa anderthalb Stunden wieder frei. Genaue Angaben über den Gesamtschaden lagen am Nachmittag zunächst nicht vor. (pfa) 


An derselben Stelle hatte es vor dreieinhalb Jahren einen ganz ähnlichen Unfall gegeben:
Twiste: Rund 100 Meter über Gleise, dann überschlagen (25.01.2014, mit Fotos)


Zuletzt geändert am Sonntag, den 13. August 2017 um 20:19 Uhr