Jäger bedroht Wahlkämpfer - Polizei ermittelt

Donnerstag, den 18. Oktober 2018 um 16:05 Uhr Verfasst von  Redaktion 112-magazin
Ein Wahlplakat im Landkreis Waldeck-Frankenberg Ein Wahlplakat im Landkreis Waldeck-Frankenberg

FRANKENBERG. Die Landtagswahl in Hessen wirft ihre Schatten voraus - nicht Argumente zählen, sondern das Faustrecht hält Einzug in den Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn sich die Vorwürfe gegen einen jungen Mann aus Frankenberg bestätigen sollten. Besonders brisant: der mutmaßliche Täter ist Jäger und besitzt eine Waffenkarte (WBK).

Nach Angaben von Zeugen hatten die für den Wahlkreis 6 aufgestellten AfD-Politiker Stefan G. (59) und Sonja R. (31) am 13. Oktober einen Informationsstand in Frankenberg auf dem Georg-Thonet Platz aufgestellt. Unterstützt wurden die Wahlkämpfer durch einen Herrn aus Battenberg.

Gegen 13.50 Uhr erschien der 20-Jährige erstmalig am Stand und beleidigte nach Zeugenaussagen die 31-jährige Sonja R. in unflätiger Weise durch frauenverachtende Äußerungen und eindeutige, sexistische  Handzeichen; anschließend verließ er die Örtlichkeit.

Bei der Abbauphase des Standes gegen 14.05 Uhr kam der junge Mann zurück, beleidigte den Helfer aus Battenberg, schubste den an Muskelschwund erkrankten Battenberger, worauf dieser zu Boden stürzte. Daraufhin stellte sich Wahlkämpfer Stefan G. schützend vor seinen Helfer, verletzte sich dabei aber am Knie.

Wenig später traf eine Polizeistreife am Ort des Geschehens ein, der Frankenberger flüchtete, konnte es sich aber anscheinend nicht verkneifen eine Todesdrohung gegen die AfD-Politiker auszusprechen.

Die Polizei hat den Vorfall zwar bestätigt, genaue Angaben wollte Pressesprecher Jörg Dämmer aufgrund der laufenden Ermittlungen aber nicht machen.

Fest steht, dass Zeugen diesen Vorgang in Frankenberg bei der Polizei zu Protokoll gegeben haben. Darüber hinaus haben die AfD-Politiker Anzeige gegen den 20-Jährigen gestellt. Ebenso wurde die Waffenbehörde im Kreishaus über den Vorfall unterrichtet, weil eine Wiederholung der Tat bereits durch das aggressive Auftreten des AfD-Gegners am 13. Oktober mit einer ausgesprochenen Todesdrohung impliziert scheint.

Am Sonntag hat sich der Tatverdächtige bei der Polizei gemeldet. (112-magazin)

Zuletzt geändert am Freitag, den 19. Oktober 2018 um 13:15 Uhr