Kitzrettungen durch engagierte Landwirte und Tierliebhaber

Montag, den 12. Juni 2017 um 08:20 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
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Blaue Tüten und Flatterbänder für die Kitzrettung Blaue Tüten und Flatterbänder für die Kitzrettung Foto: 112-magazin

WALDECK-FRANKENBERG. Eine Trendwende bei den Kitztrettungen sehen Jagdpächter und Landwirte gekommen. Nach einem Artikel in der hiesigen  Presse vom 21. Mai dieses Jahres, als ein Kitz in der Stormbrucher Feldgemarkung bei Mäharbeiten sein Leben lassen  musste, (wir berichteten, hier Klicken)  scheint Bewegung in die Sache gekommen zu sein. Auf Facebook formierten sich Tierliebhaber, die nach Rücksprache mit den Landwirten aktiv die Wiesen vor der Mahd durchsucht und Kitze vor dem Tod bewahrt haben. 

Allein in Marienhagen wurden am 10. Juni sieben große Wiesen von freiwilligen Helfern durchkämmt. In Usseln, Goddelsheim und Meingeringhausen hatten sich ebenfalls junge Menschen zusammengefunden und den Landwirten ihre Unterstützung angeboten. In Stormbruch wurde der Jagdpächter eines Eigenjagdbezirks über die anstehenden Mäharbeiten in Waldnähe von dem Landwirt frühzeitig informiert. In einer gemeinsamen Aktion wurden blaue Knistertüten mit Flatterbändern in die Wiesen gesteckt, der Jagdpächter konnte beim Absuchen der Wiesen mit seinem Hund ein Kitz retten.


Warum  Flatterbänder und blaue Tüten?

Führende Ricken erkennen diese Bänder als Gefahrenquelle und holen ihre Kitze meist Abends oder Nachts aus den Grünlandflächen heraus. Die Flatterbänder können von Landwirten und Jagdpächtern im Set kostenlos bei der Hessischen Landjugend  unter der Telefonnummer 06031/974610 angefordert werden. Ein Set beinhaltet 10 Flatterbänder und reicht für 5 Hektar. Während Menschen bei Orange rotsehen, ist Blau für Rehwild die natürliche Warnfarbe. Alternativ zu den Flatterbändern können blaue Tüten (siehe Titelbild) auf Pfählen in die Wiesen gesteckt werden.


Zeitraum:

Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Hessischen Landjugend sollten die Stangen mit den blauen Flatterbändern zwölf bis maximal 24 Stunden vor dem Mähen in die Wiesen gestellt werden. Nicht früher, da sich das Rehwild sehr schnell an die Stangen und Flatterbänder gewöhnt. Das Durchkämmen mit freiwilligen Helfern sollte unmittelbar vor der Mahd erfolgen.

Link: Mehr Infos unter #mähkeinreh

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Zuletzt geändert am Montag, den 12. Juni 2017 um 16:48 Uhr